Bezirkskonferenz am 5. April 2019

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter im OWL-Naturschutz!

Nach dem Orkantief „Friederike“ am 17.1.2018, einem denkwürdigen Dürresommer und einer sich daraus entwickelnden Borkenkäfer-Massenvermehrung in den hiesigen Fichtenplantagen verändert sich das Waldbild in vielen Teilen unserer Heimat rasant. Man kann sagen: das geschieht alles mit Ansage! Schon vor Jahrzehnten, als das Thema „Klimawandel“ noch gar nicht so hoch auf der Agenda stand, haben Geobotaniker und fortschrittliche Forstleute vor dem selbstgepflanzten Fichten-Fiasko der Forstwirtschaft gewarnt. Nun haben wir eine Krise der Forstwirtschaft, eigentlich keine Krise des Waldes: Denn der passt sich an die Gegebenheiten an, wenn man ihn lässt….

Dazu kommen jetzt Überlegungen aus der Forstwirtschaft, im weitaus größeren Stil als bisher ausländische Baumarten zu pflanzen, um „klimastabilere“ Wälder zu bekommen. Was den Förstern einen guten Holzertrag auch bei weniger wüchsigen Bedingungen verspricht, treibt Naturschützern die Sorgefalten auf die Stirn über „invasiven Neophyten“ und schwindende Biodiversität auch im Wald: werden die gleichen Fehler erneut gemacht und die Forstkatastrophen des nächsten Jahrhunderts gepflanzt? Sind die neuen Baumarten hier wirklich langfristig stabiler oder nur noch nicht von ihren koevolutionären Fressfeinden entdeckt? Bretteräcker oder standortangepasste Mischwälder? Wie schaut das aus in FFH- und Naturschutzgebieten?

Dazu kommt der Gesichtspunkt „Verbot der Holzvermarktung“ für den NRW-Landesbetrieb Wald & Holz. Damit einhergehend stellt sich die Frage, da bisher Hoheit, Vermarktung und Einhaltung der Artenschutzbestimmungen in der Hand von Landesbediensteten gelegen hat: wie läuft das in Zukunft und wer stellt die Einhaltung des Naturschutzes im Wald (z.B. Totholz, Höhlen- und Horstbäume) sicher? Oder entscheidet der Harvesterfahrer ab Januar 2020, was verwertbar ist und was dann als „unser Wald“ übrig bleibt….?

Zum Thema „Zukunft unserer Wälder“ wollen wir in Abstimmung mit dem Redaktionsteam daher

am Freitag, dem 5. April 2019 ab 15 Uhr im Großen Sitzungssaal der Bezirksregierung

die nächste Bezirkskonferenz Naturschutz abhalten. Einladungen ergehen in Kürze, aber ich bitte den Termin schon vorzumerken.

Werden weitere Themen gewünscht, bitte ich um kurzfristige Mitteilung mit konkreter Fragestellung (und möglichst gleich Referenten); ich gebe jedoch zu bedenken, dass wir nur bis 18.30 Uhr Zugriff auf den Raum haben und somit bestenfalls noch einen Vortrag unterbringen können. Falls Resolutionen zu verabschieden sind, bitte ich ebenfalls um baldige Mitteilung.

Angedacht ist ansonsten eine weitere Bezirkskonferenz im Herbst/Winter mit Umweltministerin Ursula Heinen-Esser.

Mit besten Grüßen

Karsten Otte

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