Mehr Flussnatur im Einklang mit Naturtourismus Flusskonferenz bildet Auftakt zur Diskussion neuer Entwicklungsperspektiven an der Oberweser

Blick vom Weser Skywalk Beverungen. Bild Schackers

Blick vom Weser Skywalk Beverungen. Bild Schackers

Die „Flusskonferenz Oberweser“, die heute im Weserberglandzentrum in Hameln stattfindet, bildet den Auftakt für ein ambitioniertes Revitalisierungsprogramm an der Oberweser, das auch den Naturtourismus und damit eine nachhaltige Regionalentwicklung befördern soll. Der Initiativkreis Oberweser als Veranstalter informiert und diskutiert über Entwicklungsperspektiven für die Oberweser und ihre Aue. „Nie war die Zeit dafür günstiger.
Denn mit der Neukategorisierung der Bundeswasserstraßen und dem geplanten
Bundesprogramm ‚Blaues Band Deutschland‘ sehen wir große Potenziale für eine Renaturierung der Oberweser zwischen Hann. Münden und Minden“, sagt Carl-Wilhelm Bodenstein- Dresler, Landesgeschäftsführer des BUND Niedersachsen, dessen Verband die Veranstaltung für den Initiativkreis ausgerichtet hat.
Die Schirmherrschaft über die Konferenz hat Klaus Töpfer, ehemaliger Leiter des UNUmweltprogramms, übernommen. Neben Vertretern des Bundesverkehrs- und Bundesumweltministeriums stellen der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel, der nordrhein-westfälische Umwelt-Staatssekretär Peter Knitsch (in Vertretung des kurzfristig verhinderten Umweltministers Johannes Remmel) und Stephan von Keitz vom hessischen Umweltministerium die Situation in ihren Bundesländern vor, bevor verschiedene Akteurs-Gruppen Realisierungsmöglichkeiten diskutieren.
Einen Höhepunkt der Konferenz bildet die Unterzeichnung der Oberweser-Erklärung. Mit
dieser Erklärung unterstützen die Unterzeichnenden die Konkretisierung und Umsetzung
von Modellprojekten am Fluss, die Naturschutz und Regionalentwicklung voranbringen.
„Auch unter Beibehaltung von Schiffsverkehr lassen sich auf gut 200 km Flusslänge
umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen durchführen“, so Karsten Otte, Sprecher der
Bezirkskonferenz Naturschutz. Beispiele für mehr Flussnatur seien flache, abwechslungsreiche Kies-Ufer, Weser-Nebenrinnen, naturnah gestaltete Kiesabgrabungen oder die Entwicklung von Auenwäldern. Der Niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel sagt:
„Mit dem neuen Aktionsprogramm Gewässerlandschaften will Niedersachsen die landesweiten Aktivitäten zur Gewässer- und Auenentwicklung und zum vorsorgenden Hochwasserschutz gezielt zusammenführen. Mit der Oberweser-Erklärung gelingt uns ein
Schulterschluss aller Akteure für eine intakte Weserlandschaft.“
Damit einhergehend sehen die Veranstalter große Potenziale für die Weiterentwicklung
des Naturtourismus an der Oberweser: Ein naturnaher Fluss bietet unzählige Möglichkeiten für das Naturerleben, ob vom Schiff, Kanu und Floß oder vom Weser-Radweg aus.
Anwohner und Gäste würden von frei zugänglichen Weserstränden innerhalb der
Anrainerstädte profitieren, was aktuell vor allem wegen steiler und mit Steinen befestigter
Ufer nicht möglich ist. So sind mit den möglichen Umgestaltungen am Fluss auch
zahlreiche städtebauliche Akzente möglich, die die Menschen auch emotional wieder
näher an die Oberweser bringen könnten.
Das Interesse an der Thematik ist riesig: Mehr als 200 TeilnehmerInnen aus Politik, Behörden,
Naturschutz, Wasser-, Forst- und Landwirtschaft, Tourismus, Wirtschaft, Fischerei
und Schifffahrtsverwaltung nehmen an der Veranstaltung teil. „Die Flusskonferenz bildet
die notwendige Basis für konkrete Projekte im Naturschutz und für einen nachhaltigen,
naturbezogenen Tourismus an der Oberweser“, sagt Karsten Behr, Geschäftsführer der
niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, die die Konferenz maßgeblich gefördert hat.
Weitere Unterstützer waren die Stadtwerke Hameln, die Sparkasse Hameln-Weserbergland, die Abwasserbetriebe Weserbergland AöR und die Stiftung für die Natur Ravensberg.

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