30 Jahre Tschernobyl

Am Dienstag, dem 26.4.2016 jährt sich zum 30. Mal der Atomunfall von Tschernobyl. Viel ist seitdem geschehen, vieles noch nicht. Dass sich eines Tages die Bundeskanzlerin, die selber Atomphysikerin ist, an die „Spitze der Anti-Atombewegung setzt“, hätte damals niemand für möglich gehalten. Dass wir bis 2022 Aussicht haben, die letzten Meiler ihrer Art vom Netz gehen zu sehen, ist auch eine Perspektive, wenn auch immer noch zu lange, und jeden Tag produzieren diese AKWs Atommüll mit unbekannter Destination… Aber dass seit Tschernobyl die Politik und die Technik einer sicheren Entsorgung der Atomabfälle noch kein Stück näher gekommen sind, ist ein Skandal – wir vererben diesen strahlenden Dreck an unsere Kinder und Kindeskinder. In dem Bereich ist es sogar noch schlimmer geworden: die Castoren in der „Tennishalle“ Gorleben und anderswo gehen auf kritische Materialermüdungen zu, die Asse offenbart unsägliche Schlampereien und Fahrlässigkeiten – und der ganze Mist muß da wieder raus (viel Spaß!). Dabei sind die Maronen-Schwämme und die sie verzehrenden Wildschweine in der Senne heute noch stark mit Tschernobyl-Caesium belastet. Zudem sind die mehr als durchsichtigen Manöver der großen Atomkraftbetreiber EON und RWE zu nennen, die sich der Verantwortung für ihre strahlenden Hinterlassenschaften durch Umfirmierung der Atomsparten in eine Art „Bad Bank-Gesellschaft“ mit allen Risiken und Haftungen zu entziehen versuchen – ein Schelm, wer es für möglich hält, dass diese ökonomischen Geisterfahrer-Schiffe eines Tages mitsamt aller Haftung vor den Kayman-Inseln oder Panama versenkt werden!? Die Folge davon: die gesamte Gesellschaft hätte sämtliche Lasten des Atommülls auf Steuerkosten am Hals! Dem gilt es vorzubeugen. Dazu die Machenschaften in unserer weiteren „Nachbarschaft“: in Fessenheim/Elsaß stehen 2 AKWS auf einer Erdbebenspalte und in Tihange und Doel in Belgien gehen die Risse sogar schon durch die Sicherheitsbehälter…. Es bleibt uns weiterhin nichts anderes übrig als Zivilgesellschaft, dort immer wieder den Finger in die Wunden zu legen und auf den zügigen, endgültigen Ausstieg zu drängen. Der WDR hat aus diesem Anlass 2 Sendungen vorbereitet, die auch einen regionalen Bezug haben. Zum einen wird in der WDR-Lokalzeit am Montag an die Protestaktion des „Arbeitskreis Gegengift“ auf dem Kühlturm des THTR Hamm-Uentrop 1986 erinnert – ein regionaler Protest, bei dem die „sicheren deutschen Kernkraftwerke“ durch 6 Herforder Aktivisten mal ganz kräftig vorgeführt wurden. Die Forderung „Stilllegen“ wurde sogar erfüllt. Am Samstag erfolgten die Aufnahmen mit den Original-Akteuren „30 Jahre danach“ in den Lippe-Auen. Gesendet wird der Video am Montagabend, ab 19.30 Uhr in der WDR-Lokalzeit. Am Dienstagmorgen 9.00 Uhr soll ich dann nochmal beim Radio WDR 5 zu diesem Thema Rede und Antwort stehen. Karsten Otte

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